Offener Brief ans Grundgesetz

Liebes Grundgesetz,

wir müssen reden. Ich vereehre dich nun seit meiner Geburt und halte dich für ein wirklichen guten Freund, doch habe ich in den letzten Jahren zunehmend Probleme mit dir. Nicht das du mich auch weiterhin Väterliche vor allem Bösen schützt dafür bin ich dir dankbar, auch das du mit müterlich versorgst mit dem nötigstem. Nein ich muss feststellen das du in den letzten Jahren doch recht alt geworden bist, und ich manche dinge nicht mehr Verstehe.

Du sagst mir, das wir das Volk in Wahlen und Abstimmungen die Staatshoheit ausüben dürfen. Wieso durfte ich dann nie an einer Abstimmung und immer nur an Wahlen teilnehmen. Ich werde jetzt auch so langsam erwachsen und ich bin mir sicher das ich in der Lage bin diese Verantwortung nun ausch selbst übernehmen zu können.

Du sagst, der Bundespräsident ist unser Staatoberhaupt, aber wieso darf ich ihn nicht wählen und überhaupt sollte ein Staatoberhaupt nicht auch etwas zu sagen haben im Staat. Gewiss er sagt viel aber ich habe nicht den Eindruck das ihm jemand zu hört geschweige denn Handlungsvorschriften für sich selbst aus dem gesagten ableitet.

Du sagst die Parteien sollen an der Willensbildung des Volkes mitwirken. Ich habe den Eindruck die Parteien wirken nicht mit sondern sie behindern unser Mitwirkung an der Willensbildung, so haben die Willensbildung zu ihrem Monopol erklärt.

Du Sagst du seiest gültig bis das Deutsche Volk sich in freier Abstimmung eine Verfassung gibt. Ja das will ich, ich will über unsere Verfassung abstimmen. Ich bin mir sicher diese Verfassung wird dein bester und treuester Sohn/Tochter, denn wir wissen was wir an dir haben, und wie heißt es doch so schön der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Irgendwann ist es Zeit auch für dich in die wohl verdiente Rente zu gehen und das Zepter weiterzureichen. Wir werden dich nie vergessen so wie wir deinen Vater, die Weimarer Verfassung nie vergessen haben, sowie wir auch deinen Urgroßvater die Paulskirchenverfassung nicht vergessen haben, ja selbst seine Mutter haben wir noch in Erinnerung die Reichsbulle. Jeder aus deiner Familie hatte gute und schlechte eigenschaften dies gillt für dich genauso wie es wahscheinlich für deinen Nachfolger gilt. Eins ist jedoch festzuhalten die jüngeren waren stets besser als die älteren.

Wir haben diesen Schutz den du uns geboten haben immer geschätzt, nur wollen wir nun auch die Welt ein bischen verändern, dabei stehst du uns oft im Wege, wenn ich nur daran denke wie du uns die konkurierende Gesetzgebung erklärt hast, ich weiß bis heute nicht so ganz wie das funktioniert. Nur eines habe ich verstanden es gibt sehr viele Sachzwänge…

Oder dieser Bundesrat, ich habe immer gedacht das wir eine Demokratie sind, aber da sitzen ja Leute drin, die so gar nicht direkte Demokratische Legitimationen haben, da wird die Exekutive zur Legislative und ich dachte immer wir haben Gewaltenteilung.

Oder Im Bundestag da sitzt unsere Kanzlerin auch drinne, ich dachte immer Gewaltenteilung das heißt, die Regierung und das Parlament sind getrennt.

Ich will jetzt aufhören, nicht das du noch sauer wirst, obwohl mir noch einiges einfällt was mir unklar ist. Wir werden mit Sicherheit auch noch etwas Zeit miteinander verbringen, aber mach dir mal Gedanken darüber. Immerhin habe ich alles was ich hier schreibe von dir gelernt, insofern solltest du Stolz darauf sein, dass du aus uns Erwachsene Demokraten gemacht hast.

Ich schließe mit einem Danke, du bleibst uns in Erinnerung als die beste Verfassung die wir bis jetzt hatten.

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